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Über Alpakas

Wie fängt man an

Das Alpaka wurde zum Tier des Jahres 2018 erkoren. Viele Neuinteressenten entdecken die Alpakas und überlegen sich, ob sie solche Tiere halten möchten oder können.

Dabei gibt es welche, die das Alpaka-Fieber packt und die sehr schnell ihre Kindheitsträume in die Tat umsetzen, ein geeignetes Grundstück oder einen Rest-Hof suchen und sich Alpakas anschaffen; andere recherchieren zunächst einige Zeit und schlagen dann zu; wiederum andere träumen zunächst davon und kaufen sich erst Jahre später welche. Es hat sich gezeigt, dass die Haltung und Zucht von Alpakas sich auch für völlige Quereinsteiger eignet – jedoch sollten Sie sich vorher ein wenig sachkundig machen; dies ist auch gesetzlich vorgeschrieben.

Wie fange ich also an?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Züchter haben mit Wallachen oder einer kleinen Gruppe Junghengsten angefangen, um zunächst zu schauen, ob ihnen der Umgang mit den Tieren liegt. Die meisten fangen direkt mit dem Kauf von trächtigen Zuchtstuten oder Stutfohlen an. Es gibt zwei Rassen – die seltenen und eleganten Suri Alpakas (die Marktlücke innerhalb der Marktnische) und die knuffigen Huacaya Alpakas, die wie lebendige Teddybären aussehen –, verschiedene Farbschattierungen, verschiedene Zuchtlinien, Tiere peruanischen oder chilenischen Typs, direkt importierte und in Deutschland geborene Alpakas mit Stammbaum.

Es gibt mittlerweile drei Verbände in Deutschland mit einem Register für Zuchttiere; alle drei bieten inzwischen ein Screening (Körung oder Bewertung durch Fachleute) und eine Registratur mit DNA an. Ich denke, man kann sagen, dass der führende Verband der Alpakazuchtverband Deutschland e.V. (AZVD) ist – folglich haben auch die meisten Züchter ihre Alpakas in diesem Verband registriert.

Wie man anfängt, hängt oft von der Zielsetzung ab und auch vom Geldbeutel: Möchte ich nur Freude an den Tieren haben, oder sieht man die Zucht auch als Investment oder Diversifikation, z. B. für einen landwirtschaftlichen Betrieb? Die meisten Halter und Züchter, die neu anfangen, haben Freude an den Tieren und am Leben auf dem Lande und betrachten die Zucht als Ausgleich vom Arbeitsleben – und in den meisten Fällen auch als ein ernsthaftes Investment in die Zukunft.

Ein Teil der Neueinsteiger hat zum Ziel, mittelfristig im Haupterwerb von der Alpakazucht zu leben. Oftmals werde ich gefragt: Wie viele Tiere braucht man, um davon leben zu können? Dann frage ich immer zurück: Wie viel brauchen Sie denn zum Leben? 25.000 Euro, 40.000 Euro oder mehr jährlich? Im Grunde kann man sich dann selber errechnen, wie viele Stuten oder Fohlen man im Jahr verkaufen muss. Ich denke, diejenigen haben einen Vorteil, die noch ein eigenes Einkommen haben und nicht darauf angewiesen sind, vom Tierverkauf zu leben.

Eine andere Strategie ist es, günstige Tiere zu kaufen, also auf Masse zu gehen, und die Zucht in jeder Generation neu mit guten Hengsten voranzubringen. Rein auf Masse zu gehen, davon kann man nur abraten, weil die Masse in absehbarer Zeit noch in Südamerika produziert wird. Denn eins ist klar: Es ist ein Privileg, diese edlen und besonderen Geschöpfe zu halten und die Zucht dieser Tiere zu betreiben; die Tiere steigern unsere Lebensqualität erheblich.

Mein Ratschlag an Sie

Besuchen Sie verschiedene Betriebe, machen Sie sich selber ein Bild, gehen Sie vielleicht auch mal zu einer Zuchtausstellung, wo Sie verschiedene Züchter treffen und einiges über diese besondere Tierrasse lernen können. Der Richter erklärt, warum er die ersten vier platzierten Tiere wie bewertet hat; bei vielen Veranstaltungen gibt es auch die Möglichkeit, den Vlieswettbewerb mitzuerleben.

Am Ende sollten Sie da kaufen, wo Sie am meisten Vertrauen haben und wo Sie das Gefühl haben: Wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich von dem Züchter auch Hilfe. Wie ist es mit dem Deckservice? Kann der Züchter Ihnen gute Hengstgenetik für Ihre Stuten anbieten? Sie sollten möglichst nur DNA-registrierte Tiere kaufen und sich die Faserhistogramme zeigen lassen. Ist ein Tier gescreent, ist das hilfreich, weil Sie mit großer Sicherheit ausschließen können, dass es grobe Fehler aufweist. Lassen Sie sich beim Kaufvertrag versichern, dass das Tier ein gesundes Zuchttier ist, und regeln Sie, was passiert, wenn die Stute über längere Zeit nicht trächtig wird (Umtausch oder Geld zurück).

Sachkunde, Meldepflicht, Zaun

Bitte beachten Sie, dass Sie als Nichtlandwirt oder jemand ohne Tierzuchterfahrung einen Sachkundenachweis für die Haltung von Alpakas benötigen und in jedem Fall vor der Anschaffung mit der zuständigen Veterinärbehörde Ihres Landkreises ein Einvernehmen herstellen sollten. Einen Sachkundenachweis stellt Ihre Veterinärbehörde aus; da manche Behörden selbst keine Kurse anbieten, können Sie zum Beispiel bei uns einen Kurs über Haltung und Zucht belegen und sich die Sachkunde dann bei Ihrem Veterinäramt bestätigen lassen.

Alpakas sind wie andere Klauentiere meldepflichtig: Sie müssen Ihrer Veterinärbehörde melden, dass Sie vorhaben, eine gewisse Anzahl an Alpakas einzustellen, und ein Tierbestandsbuch führen. Ansonsten ist die Alpakazucht staatlich kaum reglementiert; es besteht keine staatlich kontrollierte Kennzeichnungspflicht. Es ist jedoch empfehlenswert, den eigenen Alpakas Microchips zu setzen. Im Zuchtverband registrierte Alpakas haben neben dem Microchip auch eine DNA-Typisierung – die DNA ist der beste Diebstahlschutz und erlaubt es, die Stammreihen genau zu führen. Alpakas gehören nicht zum Gatterwild; wir empfehlen einen 1,50 bis 1,60 m hohen Wildschutzzaun aus verzinktem Drahtgeflecht.

Viel Freude bei dem weiteren Erkunden und vielleicht bei dem Aufbau einer eigenen Zucht! Sie können gerne zu uns kommen und sich unverbindlich beraten lassen. Bei uns können Sie sich auch das nötige Fachwissen erwerben und natürlich die eigenen Alpakastuten – sowohl aus eigener Nachzucht als auch direkt importiert, von einer ausgewählten Stute bis zu einer ganzen Herde. Wenn Sie uns besuchen wollen, melden Sie sich bitte vorher telefonisch bei uns an: 034364 – 899 000 oder 0172 – 750 60 40.

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